JazzKonzerte 2022 - Kooperation mit multiphonics


In diesem Jahr haben wir die Kooperation mit dem multiphonics Festival noch einmal ausgeweitet und freuen uns, im Zeitraum vom 21. - 26. September eine Reihe hochkarätiger Konzerte in Wuppertal ankündigen zu können!

 

Neben den hier im folgenden näher beschriebenen Konzerten im Skulpturenpark sind wir insbesondere stolz darauf, dass wir zusammen mit multiphonics am 26.9.2022 das Wuppertaler Konzert von Paquito d´Rivera mit der Paul Heller Bigband präsentieren können. 

 

Karten für die Termine im Skulpturenpark finden sich unter diesem Link. (Es gibt Tagestickets und einen Festivalpass    "9 Konzerte für 99 Euro", der besonderen Mehrwert bietet.)

Karten für das Konzert am 26.9. mit Paquito d´Rivera mit der Paul Heller Bigband gibt es bei wuppertal live

 

Detailinformationen zu den Konzerten gibt es nun hier: 


21.9.22 Skulpturenpark, unterer Pavillion


19:00 Uhr: Sistanagila & Shirley Brill 

 

Die Klarinettistin Shirley Bril wurde in Petah Tikva geboren, einer israelischen Stadt unweit von Tel Aviv. Ihr Debüt als Solistin gab sie mit dem Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta. Sistanagila wurde 2012 in Berlin gegründet: Das Ensemble aus fünf israelischen und iranischen Musikern widmet sich folkloristischen und religiösen Melodien aus Klezmer, sephardischer und traditionell persischer Musik. Neu arrangiert, unterspült mit Einflüssen von Flamenco, Jazz und sogar Metal, verschmelzen die Kompositionen zu einer musikalischen Brücke zwischen Kulturen. Wenn sich Sistanagila und Shirley Bril begegnen, geschieht Außerordentliches: Es kommt zu einem einzigartigen iranisch-israelischen Musik-Dialog! Vordergründig jüdisch-persische Musiktraditionen und klassische Musik des Abendlandes verbinden sich mit orientalischer Improvisationskunst zu Momenten vollkommener Schönheit. Damit nicht genug: Als Gastsängerin ergänzt die junge Iranerin Mahjabin Kavari das Ensemble. Ihre künstlerische Arbeit ist gezeichnet von Flucht und Anfeindungen, immer wieder wurde sie von örtlichen Imamen der Konzertbühne verwiesen. Mahjabin: „Ich kann es immer noch nicht glauben, mit Israelis auf der Bühne zu stehen. Trotz eventueller Konsequenzen, die bei einer Rückkehr in den Iran folgen könnten, habe ich keinen Moment gezögert.“ 

 

Shirley Brill - Klarinette

Mahjabin Kavari - Gesang

Yuval Halpern - Gesang, musikalische Leitung

Hemad Darabi - Gitarre

Jawad Salkhordeh - Tombak

Avi Albers Ben Chamo - Kontrabass

Omri Abramov - Saxophon

 

20.30 Uhr: Mahan Mirarab, the Persian Side of Jazz 

 

Aus der „Weltmusik“ ist Mahan Mirarab längst nicht mehr wegzudenken. Der Gitarrist, Komponist, Arrangeur und Musikproduzent repräsentiert eine Generation junger Musiker mit Migrationshintergrund in Europa, die die Grenzen der Musikbranche verändern und sich für mehr Vielfalt in Bezug auf Qualität, Dialog und Kreativität einsetzen. Geboren und aufgewachsen im Iran, kam er nach Wien, um dort seine „Geschichten mit Musik aus der Welt in verschiedenen Sprachen“ zu erzählen. Er lernte die traditionelle persische Musik, setzte sich intensiv mit den Quellen der iranischen Kulturvielfalt auseinander und entwickelte sein eigenes musikalisches Jazz-Vokabular, schwelgend in seiner Welt der Rhythmen und Harmonien. Maßgeblich wird Mirarabs „Persian Jazz Fusion“ durch sein facettenreiches Spiel auf der bundlosen (Fretless-)Gitarre geprägt, das von Ferne an die Melodie- und Improvisationslinien eines Pat Metheny erinnert. Besonders sein Album CD „Persian Side of Jazz Vol. 2“ veranschaulicht, wie stimmungsvoll Mahan Mirarab künstlerische und kulturelle Sphären zusammenführt. Nach seinem erfolgreichen Multiphonics-Auftritt 2020 kehrt Mahan Mirarab nun zurück nach Köln!

 

Mahan Mirarab – Gitarre, Fretless-Gitarre

Annette Maye – Klarinette

Mona Matbou Riahi – Klarinette

Golnar Shahyar – Gesang

David Six – Klavier

Martin Berauer – Bass

Amir Wahba – Percussion

 

Tickets für dieser Veranstaltung finden Sie unter diesem Link.


22.9.22 Skulpturenpark, unterer Pavillion


19:00 Uhr: David Orlowsky & David Bergmüller „Alter Ego“ 

 

Klarinette und Laute? Die Kombination ist eher ungewöhnlich und kennt zudem keine historischen Vorbilder. Wie es dazu kam? David Orlowsky war 16 Jahre alt, als er sein Trio gründete, das eine 21 Jahre währende Erfolgsgeschichte schrieb. Orlowsky hatte an der Folkwang-Schule in Essen sowie der Manhattan School of Music klassische Klarinette studiert, danach führten ihn, Jens-Uwe Popp (Gitarre) und Florian Dohrmann (Kontrabass) auf Konzertreisen um die halbe Welt. Schließlich kam die Zeit für etwas Neues: Durch Zufall entdeckte Orlowsky den Österreicher David Bergmüller, einen der profiliertesten Lautenisten Europas. Beide erkannten ihre Seelenverwandtschaft und zogen sich zum gemeinsamen Improvisieren und Komponieren auf eine Tiroler Berghütte zurück. Es begann eine Reise in unerforschte Klangwelten, heraus kam das beglückende Album „Alter Ego“. Im Mix aus Eigenkompositionen und barockem von Henry Purcell, John Dowland, Thomas Preston, Giovanni Girolamo Kapsperger entsteht der Zauber einer zeitlosen Atmosphäre.

 

David Orlowsky - Klarinette

David Bergmüller - Laute 

 

20.30 Uhr: Rolf Kühn „Yellow + Blue“

 

Der Klarinettist Rolf Kühn, Jahrgang 1929 (!), wurde ab Mitte der 1950er-Jahre zum internationalen Aushängeschild des deutschen Jazz. Bereits zehn Jahre zuvor hatte seine Karriere in Leipzig begonnen, seitdem standen in seinem aufregenden Leben weder er noch seine musikalische Neugier auch nur für einen Moment still. Vom Bigband-Swing ebenso wie vom Bebop beeinflusst, spielt Kühn nicht weniger virtuos Modern und Avantgarde, während er nicht minder professionell und komplett frei von Allüren und Berührungsängsten, sogar die Unterhaltungsmusik bereichert. Sein aktuelles Quartett Yellow + Blue ist ein weiterer Schritt auf den vielen Abenteuerreisen des Rolf Kühn: empfindsam, delikat, weltoffen, klangmalerisch unerschöpflich. Geradezu idealtypisch dafür Kühns Coverversion von Joni Mitchells „Both Sides Now“: ein Klangmonument fragiler Schönheit, empathisch und voller innerer Leuchtkraft. Mit dem langjährigen Pianisten der WDR Bigband, Frank Chastenier, Lisa Wulff, der SH-Jazzaward Gewinnerin der Jazz Baltica von 2016, sowie Hamburger Jazzpreis Trägerin 2019 und Tupac Mantilla, dem spektakulären kolumbianischen Perkussionisten und Schlagzeuger, hat Rolf Kühn wunderbare, gleichgesinnte Mitstreiter.

 

Rolf Kühn – Klarinette

Frank Chastenier – Klavier

Lisa Wulff- Bass

Tupac Mantilla - Schlagzeug, Perkussion

 

Tickets für dieser Veranstaltung finden Sie unter diesem Link.


23.9.22 Skulpturenpark, unterer Pavillion


19:00 Uhr: Kris Davis, Save Your breath

 

Kris Davis‘ Ratschlag klingt lässig unterspielt: Save your breath, spar‘ dir deinen Atem. Das aber sagt sich so leicht, wenn man ohnehin atemlos vor Staunen dem Klangkosmos der brillanten kanadischen Pianistin und Komponistin lauscht, die mittlerweile auf eine Stufe mit Myra Melford und Geri Allen gestellt wird. Der „Downbeat“ feierte Kris Davis 2017/18 als „Rising Star Pianist“, seit 2002 spielt sie mit ihrem eigenen Quartett, war 2008 Mitbegründerin des innovativen RIDD Quartet. 2014 kamen die Klarinetten ins Spiel: Zusammen mit den profiliertesten, US-amerikanischen Klarinettisten entstand das Quartett Save Your Breath als kreatives Gipfeltreffen von Klavier, Electronica und Klarinetten, Bassklarinetten, Kontraaltklarinetten sowie Kontrabassklarinetten für die besonders profunde Tiefe. Jetzt interpretiert Kris Davis den faszinierenden Ansatz von Save Your Breath neu: Ihr aktuelles Ensemble mit gleich zwei europäischen Spitzenklarinettisten, dem „ungezügelten“ Bassisten Miles Perkin sowie dem vor Energie berstenden Schlagzeuger Jim Black bekam den Kompositionsauftrag des Multiphonics Festivals 2022!

 

Kris Davis – p, electr.

Joachim Badenhorst – bcl, Bb-cl

Frank Gratkowski – bcl, reeds

Miles Perkin – db

Jim Black - dr

 

20.30 Uhr: Louis Sclavis – Characters on A Wall 

 

Louis Sclavis ist ein begnadeter Grenzgänger zwischen Stilen und musikalischen Genres. Geboren 1953 in Lyon, revitalisierte er das Interesse an der Klangwelt von Klarinette und Bassklarinette, indem er die Feinheiten europäischer Kammermusik mit seiner ausgeprägten Improvisationsfreude verknüpfte. Nicht zu vergessen: Louis Sclavis ist auch ein passionierter Filmkomponist. Man höre nur seine brillante Neukomposition für den Stummfilm „Dans la nuit“ (1929) von und mit Charles Vanel! Aktuell wird Sclavis für sein brillantes Kollektiv gefeiert, mit dem er das Album „Characters On A Wall“ einspielte. Assoziationsreich übersetzt Sclavis einmal mehr Gefühle in Klänge von subtiler Schönheit. Klänge, die ebenso viel mit Filmmusik zu tun haben: „Louis Sclavis ist fasziniert vom Werk des französischen Künstlers Ernest Pignon-Ernest“, formulierte Roland Spiegel auf BR Klassik, „der Mauern in Paris, Neapel oder auch Ramallah mit Schwarzweiß-Zeichnungen versah, denen oft eine lebensechte Dramatik innewohnt. Ein Mann, der wie lauernd an einer Straßenecke lehnt, eine alte Frau unter dem Schatten eines Baumes an einer verwitternden Wand, Häftlinge in Reih und Glied hinter Gittern und unter Stacheldraht“.

 

Louis Sclavis – Klarinette, Bassklarinette

Benjamin Moussay – Klavier

Frederic Chiffoleau – Kontrabass

Christophe Lavergne – Schlagzeug

 

Tickets für dieser Veranstaltung finden Sie unter diesem Link.


24.9.22 Skulpturenpark, unterer Pavillion


19:00 Uhr: FisFüz and Guests: Traces of the Black Sea 

FisFüz, das sind Annette Maye und Murat Coşkun als die tragenden Säulen eines preisgekrönten Ensembles, mit dem sie sich immer wieder weltoffen, einfühlsam und wissbegierig zwischen Kulturen und Genres bewegen. Seit Jahren verbinden sie ihre musikalischen Ideen mit unterschiedlichen Traditionen und Stilen, dieses Mal beschäftigen sie sich mit ihrem Ensemble mit der Musik der Schwarzmeerküste und würzen diese mit ihren Eigenkompositionen. Für das Projekt „Traces of the Black See“ kommt ihr jahrelanger Weggefährte Muhittin Kemal an Bord, ein Virtuose auf dem türkischen Kanun. Das Camerata Streichquartett war bereits wesentlicher Bestandteil von Coşkuns letztem Soloalbum und wird im Mittelpunkt eines eigenen Programmpunkts im Rahmen des Konzerts stehen. Die lyrische Seele georgischer Musik lebt mit Bearbeitungen der Miniaturen von Sulchan Zinzadse auf. Gemeinsam wird improvisiert und gegroovt, und das neunköpfige Ensemble begibt sich auf eine mitreißende Spurensuche am Schwarzen Meer.

 

Annette Maye – Klarinetten, Komposition, Arrangement

Murat Coşkun – Perkussion, Rahmentrommeln, Gesang, Komposition

featuring: 

Muhittin Kemal – Kanun, Gesang, Komposition

Yaschar Coşkun – Perkussion, Hang, Gesang

Malika Coşkun – Percussion, Akkordeon, Gesang

Martina Wündrich – Violine

Vera von Kap-Herr – Violine

Sebastian Wohlfarth – Viola

Georg Rudiger –Violoncello

 

20.30 Uhr: NY Gypsy Allstars „Romantech“

 

Welch eine hinreißende Art der Weltaneignung! In der Musik der New York Gypsy All-Stars treffen osteuropäische Roma-Traditionen auf Einflüsse aus der indischen und der lateinamerikanischen Musik auf den Jazz, swingende Salsa-Rhythmen, pulsierenden Bhangra-Sound und funkige Grooves. All dies verdichten die fünf Klangvirtuosen zu einer energiegeladenen Mixtur, die sowohl von der Virtuosität des Quintetts lebt als auch vom frappanten Show-Talent der Musiker zeugt. Die Wurzeln der so genannten Gypsy-Musik liegen in Indien, von wo aus einst die Roma über Persien nach Ost- und Mitteleuropa einwanderten. Als aufmerksame Fährtenleser folgen die Gypsy All-Stars den bedeutsamen Spuren, die die Roma in der Kunstmusik hinterließen, verinnerlichen sie respektvoll und verarbeiteten sie zu ihrer besonderen Art von vitaler Volksmusik. Die klassisch ausgebildeten Musiker aus unterschiedlichsten Kulturkreisen sind Absolventen der weltweit namhaftesten Konservatorien. Kennengelernt haben sie sich in New York und begeistern weltweit in Konzertsälen und Jazzclubs. Die Band tritt regelmäßig in den bedeutendsten Konzertsälen Nord- und Südamerikas, Asiens, Australiens und ganz Europas auf, so zuletzt u.a. auf Einladung von Daniel Barenboim im Boulez-Saal in Berlin. 

 

Ismail Lumanovski – Clarinet

Tamer Pinarbasi – Kanun

Marius van den Brink – Keyboards

Panagiotis Andreou – Bass

Engin Gunaydin – Drums

 

Tickets für dieser Veranstaltung finden Sie unter diesem Link.


26.9.22 20:00 Uhr Immanuelskirche


Paquito d´Rivera & Paul Heller Bigband

 

Diesmal glückte dem Multiphonics Festival ein besonderer Coup: Niemand Geringeres als Paquito d’Rivera, kubanischer Großmeister an Klarinette und Saxofon, geben dem Festival und der Paul Heller Bigband, die Ehre! 

 

Swingenden, groovenden, mitreißenden Latin Jazz darf man mit Recht erwarten, gleichwohl sollte man Paquito d'Rivera nicht vorschnell in Schubladen einordnen: Seiner Kunstfertigkeit im Latin Jazz stehen nicht minder erfolgreiche Werke als klassischer Komponist gegenüber. Paquito d’Rivera spielte mit Carmen McRae, McCoy Tyner, Toots Thielemans oder Roger Kellaway, um nur wenige zu nennen, zugleich aber auch mit namhaften Symphonieorchestern und kammermusikalischen Ensembles. 

 

Immer wieder lud der Kölner Saxofonist, Komponist und Arrangeur Paul Heller über die Jahre illustre Gäste zu Multiphonics ein, so versprühten bereits Anat Cohen, Engelbert Wrobel und Fiete Felsch ihr jeweils spezifisches, mitreißendes Klarinetten-Flair. Was immer Paul Heller und Paquito d’Rivera gemeinsam nun auf die Bühne der Wuppertaler Immanuelskirche bringen werden – es wird ein weiteres, besonderes Musikfest! 

 

Paquito d’River - Bb-Cl, Sax 

Paul Heller – Comp., Arrangement 

Paul Heller Allstar Bigband

 

Tickets für dieser Veranstaltung finden Sie unter diesem Link bei Wuppertal-Live.


Eine Rückschau vergangener Veranstaltungen finden Sie hier.