JazzKonzerte 2023 - multiphonics wieder in Wuppertal!


In Jahr 2023 haben wir erneut im Zeitraum vom 27.9. - 1.10. die Wuppertaler multiphonics-Konzerte als Kooperationspartner unterstützt.

 

Hier können Sie zurückschauen und sich musikalisch inspirieren lassen: 


27.9.23 20:00 Uhr Immanuelskirche


Dhafer Youssef

 

Das Multiphonics Festival präsentiert einen der größten und faszinierendsten Stars im weltmusikalischen Jazz! Dhafer Youssef spielt die Oud, eine arabische Kurzhalslaute, singt melancholisch und mitreißend leidenschaftlich die Lieder seiner tunesischen Heimat, verknüpft mystische Sufi-Traditionen und die klangvolle Schönheit arabischer Melodien mit zeitgenössischem Jazz zu bislang ungehörten Kompositionen und Improvisationen. Auf seinem brillanten, aktuellen Album „Street of Minarets“ geben sich prominente Mitspieler wie Herbie Hancock, Ambrose Akinmusire und Nguyên Lê die Ehre. Multiphonics empfängt Dhafer Youssef mit einem nicht minder fantastischen Quintett, bestehend aus langjährigen Weggefährten wie dem spanischen Pianisten David Sancho, sowie Norayr Gapoyan am armenischen Holzblasinstrument Duduk.

 

BESETZUNG

Dhafer Youssef – Oud, Vocals

Norayr Gapoyan – Duduk

David Sancho – Piano

Noé Bern – Bass

Adriano Dos Santos – Percussion


28.9.23 Skulpturenpark, unterer Pavillion


19:00 Uhr: Maria Portugal - „Quartabê“

 

Bereits 2014 gründeten Mitglieder des Ensembles von Avantgarde-Komponist Arrigo Barnabé die Band Quartabê. Bis heute versteht sie sich als ein Klassenzimmer, in dem man sich von den Meistern der brasilianischen Musik (aus-)bilden lässt, um sie dann selbstbewusst neu und weiter zu denken. Zwischen Lern- und Kreativprozess gibt es für Quartabê keine Trennlinie: Geprägt von der Avantgarde-Bewegung São Paulos, überlagern sich kühn improvisierte Exkurse mit Elektronik, Pop und (Prog-)Rock. Die zwei markanten Klarinetten-Stimmen schweben über pulsierendem Schlagwerk und sirrenden und flirrenden Keyboard-Passagen, die einen mit schier unendlichen Assoziationen beglücken.

 

Mariá Portugal – Schlagzeug 

Joana Queiroz – Klarinette, Bassklarinette

Maria Beraldo – Klarinette, Bassklarinette

Chicão – Keys

 

 

20.30 Uhr: DANIEL ERDMANN – „THERAPIE DU COUPLE“

 

Ein Stipendium des Deutsch-Französischen Kulturrats führte den Saxofonisten Daniel Erdmann einst nach Frankreich. Inzwischen hat er im Nordosten Frankreichs eine neue Heimat gefunden, freilich ohne seine Berliner Wohnung aufzugeben. Fast zwangsläufig beschäftigen ihn seitdem deutsch-französische Beziehungen, und das so sehr, dass er das alte (Länder-)Paar und dessen kulturellen Differenzen und Missverständnisse überwinden möchte. Die Mitglieder seiner brillanten paartherapeutischen Musik-Runde kommen aus Frankreich und Deutschland, Erdmann vereint sie zu in einem fein austarierten, mitunter orchestralen Klanggefüge. Streicher und Holzbläser im tiefen und mittleren Register prägen die Lautmalereien, die viel Raum für Schwebezustände und Augenblicksgebilde zulassen.

 

Théo Ceccaldi – Violine

Hélène Duret – Klarinette

Vincent Courtois – Cello

Daniel Erdmann – Tenorsaxofon

Robert Lucaciu – Bass

Eva Klesse – Schlagzeug


29.9.23 Skulpturenpark, unterer Pavillion


19:00 Uhr: CARL-LUDWIG HÜBSCH „MADELEINE“

 

Ihrer Musik widmen sich die Madeleines, deren Bandname Marcel Prousts Suche nach der verlorenen Zeit entlehnt ist. Die Madeleines schlagen eine Brücke von der Prä-M-Base Zeit zur heutigen europäischen Improvisationsmusik, vom afroamerikanisch geprägten Jazz-Ansatz zum „Echtzeit-Jazz“ Europas. Ein ganz eigener Ansatz der Rhythmik, verknüpft mit einer anderen Auffassung von Improvisation. Die Komplexität rhythmischer Überlagerungen trifft auf die Einfachheit klarer Motive und polyphoner Linienführungen. Alle Instrumente sind Rhythmus- Instrumente. Improvisation über Melodie, Melodien als Tracks wie in einer Trommelgruppe. Eine Trommelgruppe mit Schlagzeuger. Harmolodik in Kinderschuhen. Afrokubanisches, eckig serviert. Das Zusammenspiel von Leonhard Huhn, Carl Ludwig Hübsch und Thomas Sauerborn verleiht Erinnerungen Flügel. 

 

Carl-Ludwig Hübsch – Tuba

Leonhard Huhn – Bassklarinette

Thomas Sauerborn – Schlagzeug

 

20.30 Uhr: NAÏSSAM JALAL „HEALING RITUALS“

 

Jeder Versuch, das betörende Musikuniversum der Flötistin, Nay-Spielerin, Sängerin und Komponistin Naïssam Jalal in Worte zu fassen, muss scheitern: Man würde es nur seiner magischen Eigenschaften und Wirkungen berauben! Staunend wähnt man sich an Bord jenes fragilen Himmelsgefährts, halb Dau, halb Flugdrachen, welches das Cover von Naïssam Jalals CD „Healing Rituals“ ziert. Tatsächlich erzählt diese Musik von Ritualen: den Rituale des Windes, der Sonne, des Flusses, des Waldes oder des Mondes. Das Musizieren vollzieht sich hier als feierlich-festliche Handlung, zwar durchaus formell, doch stets herrlich frei und ungebunden. Geboren in Frankreich als Tochter syrischer Einwanderer, entdeckte Naïssam Jalal anhand von John Coltranes „Olé“ die Kunst der Improvisation, erforschte die arabische Musik und kehrte mit ihrer eigenen, faszinierenden Auslegung von Weltmusik nach Europa zurück. 

 

Naïssam Jalal – Komposition, Flöte, Nay, Vocals

Clément Petit – Cello

Claude Tchamitchian – Bass

Zaza Desiderio – Schlagzeug


30.9.23 Skulpturenpark, unterer Pavillion


19:00 Uhr: SAMANTHA WRIGHT „IVY MIND“


Samantha Wright spielt nicht Klarinette, sie singt sie! Die Klarinette ist ihre Stimme, biegsam, elegant und zärtlich, reich durchlüftet von Stimmungen und Emotionen. 2017 kam die britische Klarinettistin nach Hamburg an die Hochschule für Musik und Theater, wo sie u.a. bei Rolf Kühn studierte. „Es ist nicht alltäglich, bereits in so jungen Jahren sogar seinen eigenen Sound auf diesem Instrument entwickelt zu haben“, lobte Kühn. Jazz-Standards wie „Body and Soul“ macht sie sich ebenso souverän zu eigen wie einen Beatles-Song ( „And I Love Her“). Mit der Formation IVYMIND geht sie einen Schritt weiter, verknüpft Melodie, Improvisation und Klangforschung mit elektronischen Akzenten.

 

Samantha Wright – Klarinette, FX

Sven Kerschek – Gitarre

Giorgi Kiknadze – Bass

Rafa Müller – Schlagzeug

 

20.30 Uhr: NORBERT STEIN „PATA KANDINSKY“ 

 

Ein neues, klangvolles Mosaikstück in Norbert Steins ständig wachsendem Gesamtwerk: Pata Kandinsky. Ein weiteres Mal gestaltet der Saxofonist und Komponist „inszenierte Räume“, in denen er seinen Instrumentalistinnen und Instrumentalisten lediglich Stimmungen vorgibt, um sie damit zu solistisch freien, improvisierten Bewegungen zu inspirieren. Ausgangspunkt für Norbert Steins bilderreiches Orchesterwerk sind diesmal die schöpferischen Gedanken des Malers Wassily Kandinsky (1866-1944), die der Mitbegründer der Gruppe „Blauer Reiter“ und späterer Bauhaus-Meister zur Grundlage seiner abstrakten Kunst machte. Impulse für Steins eigene Klangfiguren, Räume, Melodien, gebündelt in einem Fluss aus Rhythmen, Harmonien und den magnetischen Linien der Patamelodien.

 

Norbert Stein – Tenorsaxofon, Komposition

Michael Heupel – Flöten

Georg Wissel – Altsaxofon, Klarinette

Ryan Carniaux – Trompete

Nicolao Valiensi – Euphonium

Annette Maye – Klarinetten

Andreas Wagner – Saxofon, Klarinetten

Pacho Davila – Saxofon

Rainer Weber – Bassklarinette

Joker Nies – Elektronik

Uwe Oberg – Piano

Florian Herzog – Bass

Jörg Fischer – Schlagzeug


1.10.223 Skulpturenpark, unterer Pavillion


19:00 Uhr: MICHEL GODARD TRIO FEAT. FLORIAN WEBER & MOHAMMED NAJEM

Klavier und Schlagzeug – angeführt von einer Tuba? Das mag zunächst ungewöhnlich klingen. Denn traditionell agiert der wuchtige Tieftöner als zuverlässige Bank im Hintergrund und ist für den Rhythmus zuständig. Nachdem Bob Stewart und Howard Johnson der Tuba einen Platz im modernen Jazz verschafft hatten, führte Michel Godard das Instrument in Europa in bislang ungeahnte Gefilde. Godard studierte klassische Musik, unternahm Klangreisen durch die italienische Musikgeschichte, arbeitete mit Pierre Boulez und spielte mit Michel Portal, Kenny Wheeler und Rabih Abou-Khalil. An seiner Seite: der musikalisch seelenverwandte, immens vielseitige Pianist Florian Weber, ECM-Künstler und seit 2021 Pianist der NDR Big Band, sowie Schlagzeuger Bodek Janke, der schon lange zu den führenden europäischen Perkussionisten zählt. Virtuos verbindet auch Mohamed Najem den Jazz mit orientalischen Einflüssen. Seine kraftvoll pulsierende, an Klangaromen reiche Musik überführt den Sound des Nahen Ostens in eine neue musikalische Sprache.

 

Michel Godard – Tuba

Mohammed Najem – Klarinette

Florian Weber – Piano

Bodek Janke – Percussion

 

20.30 Uhr: NOSAXNOCLAR

 

Manchmal hat es etwas Gutes, wenn man zu äußerem Stillstand verurteilt ist: Julien Stella und Bastien Weeger lernten sich an einem Streiktag auf einem Bahnsteig kennen und wurden sich bewusst, welch ein Mysterium das Reisen doch ist. Mit leichtem Reisegepäck begaben sie sich auf eine gemeinsame (Klang-)Reise: Klarinette und Bassklarinette, Alt- und Sopransaxofon genügen ihnen für faszinierende Exkursionen durch improvisierende Kammermusik, wobei sie Station bei keltischer, berberischer oder balkanischer Folklore machen. In feinnervigen Miniaturen gewichten sie die rhythmischen wie melodischen Anteile ständig neu, wechseln Stimmungen und Stimmlagen, lassen ihre Instrumente perkussiv aufpoppen wie klangschimmernde Seifenblasen

 

 

Julien Stella – Klarinetten 

Bastien Weeger – Saxofon, Klarinette